Wechseljahrestherapeutin

Integrative Validation nach Nicole Richard

  • Die Integrative Validation nach Richard® ist eine Methode für den Umgang und die Kommunikation mit Menschen mit Demenz.Sie basiert auf einer gewährenden und wertschätzenden Grundhaltung. Sie konzentriert und orientiert sich jedoch an den Ressourcen und der Erfahrungswelt dieser Menschen.
    IVA ist entwicklungsorientiert und berücksichtigt die Rahmenbedingungen der praktischen Altenpflege und Begleitung von Menschen mit Demenz gerade in der privaten Pflege.  

Eines der Hauptziele der Integrativen Validation ist die Unterstützung der Ich-Identität und des Gefühls von Zugehörigkeit. «Eine Identität zu haben, bedeutet zu wissen, wer man ist … ein Gefühl der Kontinuität und der Vergangenheit und demnach eine Geschichte, etwas, das man anderen präsentieren kann, zu haben.»

Mit fortschreitender Krankheit tauchen Menschen mit Demenz immer mehr in ihre lebendigen Innenwelten ab. Zugang zu den Erkrankten findet, wer ihnen mit Wert­schätzung begegnet, ihre Antriebe ergründet und ihre Gefühle ernst nimmt: Nicole Richard über die Methode der Integrativen Validation, die Menschen mit Demenz ihr verlorenes Ich zurückgibt und ihre Würde wahrt.

Die Integrative Validation ist ein Begegnungskonzept. Sie unterstützt Kommunikation und Kontaktaufnahme mit Menschen die an Demenz erkrankt sind.

Menschen mit Demenz ziehen sich mit fortschreitender Demenz in ihre lebendigen Innenwelten zurück, die sich wie persönliche Filmrollen «wahrhaft» abspielen. Die betroffenen Erkrankten tauchen gewissermassen in individuelle Biografie-welten ab und verhalten sich original aus diesen Szenen wie aus einer inneren Bühne heraus: Sie sind dann eine 35-jährige Mutter, eine 12-jährige Tochter oder ein 40-jähriger Schreiner. Es werden Welten aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert, was naturgemäss – insbesondere für uns Orien-tierte – zu Verwirrtheit führt. Die Menschen mit Demenz sind für sich betrachtet «richtig», lediglich «zeitverrückt».

Scheinbar Skurriles verstehen? Wenn zum Beispiel ein an Demenz erkrankter Fliesenleger kniend die zusammengefaltete Zeitung fachmännisch vor sich herschiebt, ist es für die betreffende Person eine erfolgreiche Handlung, für das Umfeld zunächst jedoch eine skurrile Situation. Sie ist nur zu verstehen im Kontext der Gesamthandlung vor dem Hintergrund der Biografie des Erkrankten und der Bereitschaft des Pflegenden und Betreuenden, mit einer grundlegenden Suchhaltung und Wertschätzung die Innenwelt von Menschen mit Demenz gelten zu lassen.

Gefühle und Antriebe des Demenzerkrankten wahrnehmen und erspüren: Unruhe, Aufregung, Sorge, Angst, Liebe (Gefühle)Verzweiflung, Pflichtbewusstsein, Verlässlichkeit (Antriebe)

Validieren der Gefühle und Antriebe, d.h. annehmen, akzeptieren und wertschätzen (persönliches Echo): «Sie haben keine Ruhe mehr.«Sie sind sehr in Sorge. «Es ist zum Verzweifeln.«Auf Sie kann man sich verlassen.«Sie kennen Ihre Pflichten.«Da wird man auch ängstlich.«Sie lieben Ihre Kinder.

Allgemein validieren, d.h. durch allgemeinen Sprachgebrauch – Sprichwörter, Lieder, Gebete – bestätigen«Kleine Kinder, kleine Sorgen, grosse Kinder, grosse Sorgen.«Zuhause ist es am schönsten.

Validieren von Sätzen aus dem Lebensthema – Beruf, Hobby – und Einbindung von türöffnenden Schlüsselwörtern (biografisches Echo): «Als Lehrerin lieben Sie Kinder.«Auf dem Schulhof sind Sie immer wachsam. «Ihre Noten sind gerecht.«Sie können stolz auf sich sein